Warum du Texte immer im Aktiv schreiben solltest

19.Oktober 21


Es ist zwar eine der Grund­re­geln gu­ten Schrei­bens, trotz­dem igno­rie­ren sie Website-Beitreiber, Blog­ger, Tex­ter, Pres­se­re­fe­ren­ten und Jour­na­lis­ten mit be­harr­li­cher Kon­stanz. Die Grundregel lau­tet: Nutze ak­ti­ve Ver­ben, ver­mei­de Pas­siv-Kon­struk­tio­nen. In meinen SEO-Coachings rede ich mir dazu regelmäßig den Mund fusselig. 

Das mit dem Aktiv gilt übrigens für alle Texte: für Website-Artikel genauso wie für deine E-Mails, deinen Newsletter, Instagram-, Facebook- und LinkedIn-Posts. Sogar deine WhatsApps.

Also merke: Schreibe ak­tiv, nicht pas­siv. Punkt. Warum? Kommt jetzt.


Aktiv hilft deinem Google-Ranking 

Wie bei je­dem Hand­werk gib­t’s na­tür­lich auch beim Schrei­ben für Websites ei­ni­ge kla­re Re­geln. Die sind zwar kein Ga­rant da­für, dass dein Artikel direkt bei Google auf Seite 1 schießt, aber sie hel­fen, ei­ni­ge Kar­di­nal­feh­ler zu ver­mei­den und Tex­te le­sens­wer­ter zu ma­chen.

Dieses "lesenswert" erhöht nämlich die Chancen erheblich, dass deine User länger auf deiner Seite bleiben. Im SEO-Sprech steigt die Verweildauer. Die wiederum ist ein Signal für Google, dass dein Artikel irgendetwas richtig macht in den Augen deiner User. Und genau solche Texte empfiehlt Google seinen Nutzern gern weiter.

Zum Blogpost: Gute SEO-Texte schreiben: Worauf es wirklich ankommt

Beispiel: So formulierst du Passiv einfach in Aktiv um

Ak­ti­ves Schrei­ben heißt – du ahnst es – Schrei­ben mit vie­len ak­ti­ven Ver­ben. Lo­gisch. Pas­si­ves Schrei­ben heißt da­ge­gen – ge­nau – schrei­ben mit vie­len Hilfs­ver­ben und Pas­siv­kon­struk­tio­nen. Auch lo­gisch.

Neh­men wir die fik­ti­ve Ge­schich­te ei­nes be­lie­bi­gen Prot­ago­nis­ten wie wir sie täg­lich im Netz auf Newsseiten le­sen kön­nen:

Beispiel (Passiv): Drama in Hintertupfing: Ein Passant ist bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt worden. Er wollte gerade eine Straße überqueren, als er vom Fahrer eines Traktors übersehen wurde. Dabei wurde auch der Pudel des Passanten von dem Fahrzeug erfasst. Der 50-jährige Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Pudel ist noch an der Unfallstelle gestorben.“


Du merkst: Es hakt sprach­lich. Der Le­se­fluss stockt. Die Ge­schich­te zieht sich in die Län­ge, liest sich holp­rig, ge­stelzt, bü­ro­kra­tisch, lang­wei­lig. Wer so schreibt, ver­liert schnell sei­ne Le­ser.

Ein­fa­cher gin­ge es so:

Beispiel (umformuliert ins Aktiv): Drama in Hintertupfing: Der Fahrer eines Traktors hat beim Abbiegen einen Passanten übersehen. Der wollte gerade die Straße überqueren. Das Fahrzeug erfasste den 50-Jährigen und dessen Pudel. Das Tier starb. Einsatzkräfte brachten den lebensgefährlich verletzten Mann in ein Krankenhaus.


Merkst du den Unterschied? Aktive Verben triggern Emotionen, sie machen Texte leichter lesbar und auch noch kürzer. Also: Aktiv ist quasi die Win-Win-Win-Situation.

Tipp: Zum aktiven Schreiben gehören Protagonisten, Menschen, Handelnde. Du hast keinen Handelnden in deinem Artikel? Dann komm jetzt bloß nicht auf die Idee zum "Man" zu greifen. Finger weg, ok?! Stattdessen frage dich lieber, wo sich dein Handelnder versteckt haben könnte. "Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht." Das ist schnell geschrieben, klar. Aber irgendwer muss das ja gemacht haben. Aha, da hatten sie sich also versteckt: die Einsatzkräfte, die Sanitäter. Auf deiner Website hilft manchmal auch die direkte Ansprache deiner Zielgruppe, also das Du oder Sie.


War­um es so wich­tig ist, ak­tiv zu for­mu­lie­ren

Wir Menschen sind sen­si­ble We­sen. Wir wollen In­for­ma­tio­nen oder Un­ter­hal­tung, am bes­ten bei­des gleich­zei­tig.

1. So reagieren User auf aktive Texte

Aktive Verben sind ein Garant für diese Unterhaltung, am besten starke, aktive Verben. Was genau das bedeutet, erkläre ich dir gleich. Jetzt möchte ich erst einmal, dass du dir folgendes merkst:

  • Be­kommen User auf deiner Website we­der Infos noch Unterhaltung, hören sie auf zu le­sen.
  • Be­kommen User auf deiner Website nur Infos, aber keine Unterhaltung, lesen sie nur so lan­ge wie nö­tig.
  • Be­kommen User auf deiner Website nur Unterhaltung, aber keine Infos, lesen sie nur so lan­ge wie nö­tig.
  • Be­kommen User auf deiner Website sowohl Infos als auch Unterhaltung, steigen die Chan­cen, dass sie deinen Text bis zum Ende lesen.

Merke: Website-Texte müssen informieren und User zugleich bin­den, wenn du deinen Artikel ins Rennen um die ersten drei Google-Ergebnisse schicken willst. Damit steigerst du unter anderem die für Google wichtige Verweildauer. Ak­tiv for­mu­lier­te Tex­te sind eine der Stell­schrau­ben, um Menschen zu informieren und unterhalten.

 

2. Wie ak­ti­ve Ver­ben wirken (und was starke Verben sind)

Lies dir nochmal das Beispiel mit dem Traktor und dem Pudel durch:

"Drama in Hintertupfing: Der Fahrer eines Traktors hat beim Abbiegen einen Passanten übersehen, der gerade die Straße überqueren wollte. Das Fahrzeug erfasste den 50-Jährigen und dessen Pudel. Das Tier starb. Einsatzkräfte brachten den lebensgefährlich verletzten Mann in ein Krankenhaus.“

Wie die Verben im Aktiv-Beispiel wirken 

Stark wirken darin die Ver­ben über­se­hen, er­fas­sen, ster­ben und brin­gen. Wir kön­nen mit die­sen Ver­ben ei­ge­ne Er­leb­nis­se as­so­zi­ie­ren, Emo­tio­nen, see­li­sche und phy­si­sche Schmer­zen. Set­zen wir die Ver­ben aber ins Pas­siv, ver­lie­ren sie an Stär­ke, weil sie eine Dis­tanz ver­mit­teln und ihre Be­deu­tung im schlimms­ten Fall durch an­de­re Satz­tei­le zer­teilt wird.

Was das Passiv-Beispiel verhindert

Neh­men wir mal den Pu­del im Pas­siv-Bei­spiel. Acht Wör­ter lang müs­sen wir dar­auf war­ten, was dem Pu­del kon­kret zu­ge­sto­ßen ist: „wurde auch der Pudel des Passanten von dem Fahrzeug erfasst.“ Als Le­ser ha­ben wir kei­ne Chan­ce, un­mit­tel­bar Mit­leid zu emp­fin­den, weil wir zu lan­ge – näm­lich acht Wör­ter lang – dar­auf war­ten müs­sen, was denn nun mit dem Pu­del pas­siert ist. Der Satz baut unwillkürlich Distanz auf.

Warum uns das Aktiv-Beispiel mehr berührt als das Passiv-Beispiel 

Das ge­lingt uns da­ge­gen im Ak­tiv-Bei­spiel un­mit­tel­bar, weil wir di­rekt wis­sen: „Oha, erfassen ver­heißt et­was Schlim­mes.“ Wir war­ten an­ge­spannt dar­auf, wen oder was das Fahr­zeug er­fasst hat und er­fah­ren das un­mit­tel­bar im An­schluss: Sein Fahrzeug erfasste den 50-Jährigen und dessen Pudel.“

Merke: Starke Verben sind Verben, die Emotionen triggern. Emotionen sind wichtig, denn es sind Menschen, die deine Texte lesen. Google wertet die Reaktionen deiner User aus – die Reaktionen von Menschen.


3. Ak­ti­ve Ver­ben be­ein­flus­sen das Un­ter­be­wusst­sein deiner User

Ak­ti­ve Spra­che ist also un­mit­tel­bar, pas­si­ve Spra­che da­ge­gen dis­tan­ziert. Wenn et­was mit ei­nem Le­be­we­sen ge­macht wird, dann be­rührt uns das we­ni­ger, als wenn je­mand et­was mit dem Le­be­we­sen macht. Wenn der Pas­sant und der Pu­del also von ei­nem Trak­tor (pas­siv) an­ge­fah­ren wur­den, ist das ihr Schick­sal, das kei­ner be­ein­flus­sen kann.

So pflanzt das Aktiv Bilder in unsere Köpfe  

Wenn aber der Trak­tor den Pas­san­ten und den Pu­del (ak­tiv) an­ge­fah­ren hat, dann hat­te der Fah­rer auch die Wahl, wie schnell er fährt und wo­hin, und der Pas­sant und der Pu­del hat­ten dann auch theo­re­tisch eine Chan­ce, sich zu ret­ten. Der klei­ne, fei­ne Un­ter­schied ist also die ak­ti­ve Handlung aller Beteiligten.

Dass der Fah­rer un­auf­merk­sam war und der Pas­sant sich mit sei­nem Pu­del zu­gleich nicht recht­zei­tig in Si­cher­heit brin­gen konn­te, birgt eine dop­pel­te Tra­gik. Das packt uns emo­tio­nal.

Nochmal, weil es so wichtig ist: Emo­tio­nen sind ei­ner der wich­tigs­ten Fak­to­ren für le­sens­wer­te Tex­te, weil sie un­se­re Em­pa­thie we­cken. Will sa­gen: Sol­che Tex­te ge­hen ans Herz. Aktiv macht Texte emotionaler.


4. Ak­ti­ves For­mu­lie­ren ver­kürzt Tex­te

Im Ak­tiv ge­schrie­be­ne Tex­te sind kür­zer und da­mit dich­ter, ver­ständ­li­cher und oft emo­tio­na­ler. Das ist des­halb so wich­tig, weil je­der Text, je­der Ar­ti­kel und jede Ge­schich­te uns nur dann be­rührt, wenn wir uns mit dem In­halt iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Dichte Tex­te rü­cken die ent­schei­den­den emo­tio­na­len As­pek­te nä­her zu­ein­an­der und be­ant­wor­ten die sechs Ws schnel­ler, also das Wer, Was, Wann, Wo, Wie, War­um.

Warum uns das Passiv verwirrt 

Im Pas­siv-Bei­spiel springt der Text in sechs Sät­zen zwi­schen Pas­sant, Trak­tor­fah­rer und Pu­del hin und her und ver­wirrt uns, weil die W-In­for­ma­tio­nen wild durch­ein­an­der fol­gen.

  1. Drama in Hintertupfing. → Wo
  2. Ein Passant ist bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt worden. → erstes Wer (Passant) & erstes Was (Unfall Passant)
  3. Er wollte gerade eine Straße überqueren, als er vom Fahrer eines Traktors übersehen wurde. → Wie (Straße überqueren), Warum (übersehen) & zweites Wer (Traktorfahrer)
  4. Dabei wurde auch der Pudel des Passanten von dem Fahrzeug erfasst. → drittes Wer (Pudel) & zweites Was (Unfall Pudel)
  5. Der 50-jährige Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. → Erneut erstes Wer (Passant/50-Jähriger) & drittes Was (Einlieferung ins Krankenhaus)
  6. Der Pudel ist noch an der Unfallstelle gestorben. → erneut drittes Wer (Pudel) & viertes Was (Pudel tot)


Das ist na­tür­lich kein rei­nes Pas­siv-Pro­blem, son­dern auch ein Text-Auf­bau-Pro­blem, aber das Pas­siv trägt zum Auf­bau des Tex­tes bei.

Warum aktive Verben Infos leichter verständlich machen 

Anders als im Passiv-Beispiel oben sind es im Aktiv-Beispiel nur vier Sät­ze, we­ni­ger Sprün­ge, eine lo­gi­sche­re Ab­fol­ge und dadurch kla­re­re In­fos.

  1. Drama in Hintertupfing. → Wo
  2. Der Fahrer eines Traktors hat beim Abbiegen einen Passanten übersehen, der gerade die Straße überqueren wollte. →  erstes und zweites Wer (Traktorfahrer & Passant) & Warum (übersehen) & Wie (Straße überqueren)
  3. Das Fahrzeug erfasste den 50-Jährigen und dessen Pudel. → erstes Was (Unfall) & zweites und drittes Wer (Passant & Pudel)
  4. Das Tier starb, Einsatzkräfte brachten den lebensgefährlich verletzten Mann in ein Krankenhaus. → erneut zweites und drittes Wer (Passant & Pudel) & zweites und drittes Was (Pudel tot & Einlieferung Krankenhaus)

Merke: Aktive Verben machen Texte dichter, kürzer und helfen dir, den Artikel logisch aufzubauen.


Muss es immer Aktiv sein?

Ich weiß, das ist al­les ziem­lich theo­re­tisch und na­tür­lich könn­te ich das Pas­siv-Bei­spiel auch ir­gend­wie so hin­dre­hen, dass es ei­nen Tick we­ni­ger ver­wir­rend ist.

Mir geh­t’s aber nicht dar­um, wie du pas­si­ve Spra­che mög­lichst ge­schickt ver­wen­den kannst, son­dern dar­um, ver­ständ­lich zu ma­chen, war­um du sie am bes­ten ganz ver­mei­den soll­test.

Und ja, auch das ist klar: Manch­mal ma­chen nur Pas­siv-Kon­struk­tio­nen wirklich Sinn. Ein Auto wird zum Bei­spiel ge­fah­ren und fährt nicht, auch wenn wir das um­gangs­sprach­lich so sa­gen. Falsch ist es dem Wort­sinn nach trotz­dem. Ein Auto rollt, das Fah­ren über­nimmt im­mer noch der Fah­rer (noch zu­min­dest weit­ge­hend und ja, na­tür­lich mit Aus­nah­me selbst­fah­ren­der Au­tos).

Fazit: 9 Grün­de für ak­ti­ve Spra­che

Zu­sam­men­ge­fasst heißt das also: Im Aktiv geschriebene Texte liefern deinen Usern schlicht bes­se­re Tex­te. Ak­ti­ve Spra­che ist bes­ser, denn sie macht Sätze und Artikel für deine User und damit für Google

  • stärker
  • kürzer
  • dichter
  • unmittelbarer
  • verständlicher
  • flüssiger zu lesen
  • empathischer
  • emotionaler
  • interessanter

So. Und jetzt schaust du bitte gleich mal auf deine Website und gehst deine wichtigsten Texte durch. Sind sie im Aktiv formuliert mit kurzen Sätzen? 

Hat dir das weitergeholfen? Lass mir gern deinen Kommentar oder deine Frage dazu da!

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